Ruhetag? Geh bitte!

Visite: Sebastian Huber | Stadtleben | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Hartes Brot, saure Milch, kein Klopapier: Sonntag, du schon wieder. Hier kann man trotzdem einkaufen

Links und rechts von der Schiebetür steht jeweils ein Security-Mitarbeiter. Aber nicht mit dem faden Gesichtsausdruck, den die bemitleidenswerten Tröpfe aufhaben, die seit einigen Jahren vor den Wiener Bankfilialen Wache schieben. Im Gegenteil: Sie wirken angespannt und genervt. Ebenso wie die Meute, die sie in Schach halten müssen: Halbstarke mit kahlrasierten Köpfen und Springerstiefeln, betrunkene Obdachlose in zerfetzten Hosen, junge Mütter mit plärrenden Kindern in den Kinderwägen, Rucksacktouristen und ein paar Senioren, denen sichtlich unwohl ist in ihrer Haut. Etwa alle 15 Minuten, wenn ein ganzer Schub von Menschen das Geschäft durch die benachbarte Schiebetür verlässt, geben die beiden Security-Wachmänner den Eingang frei. Dann stürmen die Wartenden hinein, schnappen nach Körben, Einkaufswägen und schieben sich durch die Massen. Vorbei an Obst, Gemüse, Teigwaren,

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