Dieses Haus ist besetzt


Lokalkritik: Florian Holzer

Stadtleben | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

In einem alten Haus in Sievering wird ein Jahr lang fein gekocht

Roman Kotesovsky hatte wieder Lust aufs Kochen. Und sein Kompagnon Andreas Fritsch hatte auch schon so viele gute Weine angesammelt. Am Platz, wo das stattfinden sollte, fehlte es aber. Bis ihnen jemand von dem alten Haus in Untersievering erzählte, in dem es immer schon eine urige, kleine Weinschenke gegeben hatte und das im Herbst 2012 abgerissen werden soll und bis dahin leerstehen würde.

Fünf Wochen brauchten Kotesovsky und Fritsch, um diese ganz spezielle Aura eines Gebäudes, in dem kurz zuvor noch gewohnt wurde, auf ein erträgliches Maß zu bringen, eine Balance zu finden zwischen Skurrilität und Befremdlichkeit. Am leichtesten war das in der Weinschenke, die wurde mit ein paar Vitrinen bereichert und konnte im Wesentlichen so gestrig bleiben, wie sie war; schwieriger im "Wildschweinzimmer“, dessen Privatheit mit ein paar alten Möbeln aus der Caritas-Sammlung, einem Wildschweinkopf und einem Aquarium natürlich

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