Phettbergs Predigtdienst

Heute Fremdtext: Teller aufessen!

Kolumnen | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Vorgestern war Alexander Kielmansegg bei mir und hat für NAC-HIs Katalog "Was bleibt“, in dem Ältere ihren Weg beschreiben, den Beitrag "Teller aufessen“ dagelassen:

Brot ist heilig: Wenn die Wirtschaft jedoch Ladungen von Essen ins Meer kippt und damit heimische Arbeitsplätze sichert, ist das natürlich etwas anderes.

Brot ist heilig: Eins der ersten Micky-Maus-Hefterln nach dem 2. Weltkrieg hatte einen Aufmacher mit dem Riesen-Willi. "Illi-Quadrilli, in bin der Riese Willi …“, sang er und aß unablässig. Er hatte Appetit auf alles: Suppen, Braten, Kuchen, Torten ... Wenn er fertig war, stapelte er das Geschirr übereinander und "knirsch und splitter“ fraß er sich durchs berstende Porzellan.

"Brot ist heilig“, sagte meine Großmutter, "und die Kinder in Hernals wären froh, wenn sie das am Teller hätten, was du stehengelassen hast.“ Ihre Generation war die letzte gewesen, die noch Tür an Tür mit dem Elend gelebt hatte. Große Kinderaugen sahen, dass Essen übrig blieb und die Leute mehr hatten, als man zum Leben brauchte … Inzwischen liegt Hernals in Afrika, und das Business steigt groß ein in den Menschenhandel - und wieder werden ganze Schiffsladungen ins Meer gekippt.

Brot ist heilig: 60 Prozent der Anbaufläche der ganzen Welt geht drauf für Futtergetreide zur Fleischproduktion in den imperialistischen Metropolen. Den Rest schnappen sich die Multis für die Ölsaaten ihrer Biospritproduktion und treiben damit den Brotpreis weltweit in die Höhe. Ist Autofahren Mord?

Früher, als das Brot noch heilig war, konnte man barfuß Auto fahren und man tötete die Zigaretten im Bratensaft der halbleeren Teller aus (Françoise Sagan). Heutzutage darf nur die absolut genialste Geigerin (Kopatchinskaja) barfuß auftreten, und wenn man dann ein rechtes Joghurt gegessen hat, muss man aufs Häusel rennen speiben.

Brot ist heilig. (Alexander Kielmansegg)

Die telepathische Kraft von Ali und die Energie des Platzes vor der Ägydi-Kirche ist ein Wunder, welches Ali, NAC-HI, den Hund Barko und mich zusammengeführt hat! So baut sich jedes sein babylonisches Turmgefäß, wie tönern es auch sein mag! Ich handhab mich halt so - was soll ich tun außer gestionieren?

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Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr


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