Film Neu im Kino

Komisch und kontemplativ: "Vier Leben“

Lexikon | aus FALTER 37/11 vom 14.09.2011

Kalabrien ist Schauplatz dieses Dokumentarfilms, der ohne Sprache, nur mit Bildern und Originalton eine Geschichte aus diesem süditalienischen Landstrich erzählt: vom immergleichen Tagwerk und langsamen Dahinsterben eines greisen Hirten und seiner Ziegenherde. "Vier Leben“ hat Michelangelo Frammartino sein Meisterwerk genannt. Frei nach einem Satz, der Pythagoros zugeschrieben wird und demzufolge jeder von uns vier Leben in sich trägt, die sich ineinanderfügen. Und als Giuseppe Fuda, der alte Hirte, dann eines Nachts tatsächlich stirbt, stehen plötzlich Ziegenböcke in seiner karg möblierten Kammer. Es ist die surrealste Szene dieses kontemplativen Films, der nicht zuletzt auch seine Komik aus der stillen Teilhabe an der Natur und dem Kreislauf des Lebens schöpft. Für die anderthalb Kinostunden muss man sich richtig Zeit nehmen! MO

Ab Fr im Votiv (ohne Sprache)


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