Kritiken

Nestroy ohne Goldrand: ein böser "Lumpazi“

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Elektronisch und manchmal zu laut schrammeln die Sofa Surfers dahin; sie liefern den Sound zu Georg Schmiedleitners Inszenierung von "Der böse Geist Lumpazivagabundus“. Keine Spur von biedermeierlicher Glückseligkeit, man setzt auf das Böse und Sezierende in Nestroys Zauberposse von 1833. Die Bühne ist leergeräumt, die Feenwelt gleicht einem Geriatriezentrum, wo die Idee zur Wette um die Handwerksburschen Knieriem, Leim und Zwirn geboren wird, um den Unruhestifter Lumpazivagabundus (beängstigend: Erni Mangold) zu bannen. Das Glückslos wird beim Flippern erworben, Martin Zauner (Knieriem) bringt das Kometenlied als Weltuntergangsrap, und die biedermeierkonforme Auflösung in die heile Welt von Arbeit und Kleinfamilie wird als Farce entlarvt. Ziemlich gut.

Theater in der Josefstadt, Sa 19.30, So 20.00, Mo 19.30


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