Vernissagen

Sklave, Kammerdiener, Freimaurer und Wilder

Lexikon | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Er wurde "fürstlicher Hofmohr“ genannt, aber er war weit mehr als Diener: Der um 1721 in Afrika geborene Angelo Soliman wurde als Kindersklave nach Sizilien verkauft und kam dort in den Dienst von Feldmarschall Lobkowitz. Ab 1754 lebte er in Wien, wo er beim Fürsten Liechtenstein als Kammerdiener, Erzieher und exotischer Vorzeigediener fungierte. Jetzt geht das Wien Museum in der Schau "Angelo Soliman. Ein Afrikaner in Wien“ der außerordentlichen Biografie und seiner von Rassenstereotypen geprägten Rezeptionsgeschichte nach. Als Freimaurer verkehrte der kultivierte Höfling mit Persönlichkeiten wie Mozart, was den Kaiser nicht davon abhielt, ihn nach seinem Tod als "Wilden“ präparieren zu lassen und im Naturalienkabinett auszustellen. NS

Wien Museum, Mi 19.00; bis 29.1.


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