Vorwort

Extra | Armin Thurnher | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Bio liegt im Trend - aus den verschiedensten Gründen. Die meisten dieser Gründe werden immer stichhaltiger, der Zusammenhang von Gesundheit und Ernährung lässt sich längst nicht mehr von der Hand weisen. Die Folgekosten ungesunder Ernährung machen unsere Gesundheitssysteme unfinanzierbar, die industrielle Bewirtschaftung landwirtschaftlicher Flächen führt zu Bodenerosion, die Hungerkatastrophen in Afrika sind direkte Folgen einer verfehlten Agrarpolitik. Seit Jahrzehnten müssen Bauern dort ihr Saatgut von Konzernen kaufen, statt es selbst zu gewinnen. Länder, die auf importierte Nahrungsmittelhilfe angewiesen sind, exportieren gleichzeitig Futtergetreide.

Die Frage des Saatguts ist also eminent politisch, was auch im Porträt der Saatgutpionierin Reinhild Emmelmann zum Ausdruck kommt. Irena Rosc hat mit ihr gesprochen. Rosc hat für dieses Heft auch fotografiert - ausschließlich Obst und Gemüse von zwei Betrieben, die sich auf die Rettung alter Sorten und die Produktion nachbaufähigen Saatguts spezialisiert haben.

Landwirtschaftliche Fragen sind Streitfragen und bedürfen wissenschaftlicher Argumente. Wolfgang Zwander interviewte deshalb den Leiter des Wiener Zweigs des Bio-Forschungsinstituts FiBL. Biofragen sind aber auch Moralfragen, wie Matthias Dusini in seinem Essay darlegt. Und sie sind Distinktionsfragen, wie aus Florian Holzers Weinbericht hervorgeht. Bio ist sozusagen das Mindeste, das man sich gönnt.

Die Lebensmittelketten waren und sind für die Verbreitung biologischer Produkte unerlässlich, deswegen wollte Katharina Mittelstaedt wissen, wer dort für Bio zuständig ist. Birgit Wittstock und Christopher Wurmdobler sahen sich nach kleinen Händlern, Selbsterntevereinen und Produzenten in Wien um. Bianca Tschaikner hat den Plan dazu gezeichnet.


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