Leben auf großem Ökofuß

Extra | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Das Wort "Bio“ stand für Protest und Aussteigertum. Nun erfüllt es die Sehnsucht nach einer heilen Welt

Güterabwägung: Matthias Dusini

Latzhosen und Vollbärte, verschrumpelte Äpfel und Räucherstäbchen: Wer vor 25 Jahren ein Bild zum Thema "Bio“ zeichnete, hatte Klischees wie "Müsli“ oder "Ökofuzzi“ rasch bei der Hand, Karikaturen jener moralischen Aktivisten, die in der Natur den ganzheitlichen Gegenentwurf zum Plastik- und Abgasalltag der Großstädte suchten. Eine ihrer Ikonen war der Künstler Friedensreich Hundertwasser, der Häuser mit Grasdächern und Bioklos als Hausmittel gegen die Normen der Technik und Bürokratie baute. Die Zeit der Konservenmenüs war nicht lange vorbei, da haftete diesem Zurück-zur-Natur noch immer der Nimbus gesellschaftlicher Veränderung an.

Was damals eingebettet war in Wohn- und Lebensexperimente am Rande der Gesellschaft, hat längst einen Platz in der Mitte erobert. Kinder spielen mit plastikfreiem Spielzeug, Imker überprüfen ihren


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