Meinesgleichen

Wie der Falter mit Sex Geschäfte machen wollte (und will)

Falter & Meinung | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Nein, die Kolumne "Vor 20 Jahren im Falter“ befindet sich auf Seite drei. Wir reden hier vom Falter vor 27 Jahren. Eines der bestverkauften Titelblätter aller Zeiten wird auf dem Cover dieser Ausgabe spielerisch wieder aufgegriffen. Der Anlass ist der nämliche: zu testen, wie weit der schlichte Reflex beim Anblick des Wortes Sex sich in einen Kaufimpuls umwandeln lässt. Im Herbst 1984 brachten die Magazine Wiener, Basta, Profil und Wochenpresse allesamt spärlich bekleidete oder nackte Frauen auf ihren Titelblättern zum Einsatz. Die Geschichten dahinter bildeten so dürftige Vorwände, dass wir uns mit unserem Cover darüber lustig machten. "SEX“ stand da in großen Lettern und klein darunter die Frage: "Wie reagieren Sie darauf?“

Dazu waren vier Kästchen abgebildet. Blätterte man um, fand man an deren Stelle die Cover der vier Magazine und die Antwort auf die Frage: "Sie kaufen eine Zeitung, Sie Meerschweinchen!“ Womit auch dieser, heute von uns im Reiz- und Reaktionsbiotop der sogenannten Internetdebatten angesiedelte Neckname historisch eingeordnet wäre.

Noch einmal haben wir versucht, mit dem Sexschmäh zu punkten. Als die Krone auf Seite fünf erstmals Schamhaar zeigte, brachten wir eine Recherche über den Fall der Schamhaargrenze und auf dem Cover ein von der Agentur Keystone erworbenes Foto eines nackten englischen Models. Erfolg: Die Auflage sank um 10 Prozent. Mal sehen, was Sie diesmal machen!


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