Kommentar

Transparent oder opak: Wie demokratisch ist die Wiener Kulturpolitik?

Kultur

Falter & Meinung | Matthias Dusini | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Seit knapp einem Jahr gibt es in Wien eine rot-grüne Stadtregierung. Nun wurde ein kulturpolitisches Prestigeprojekt des kleinen Regierungspartners vorgestellt, die sogenannte "Wienwoche“ (siehe auch S. 32), ein erstmals im Herbst 2012 stattfindendes Festival, das die freie Szene unterstützt. Der grüne Kultursprecher Klaus Werner-Lobo kündigte "die totale Transparenz“ an: Ausschreibungen und Finanzen werden öffentlich kundgetan - damit nicht geschwindelt wird.

Zur gleichen Zeit gab die für Wirtschaft zuständige Vize-Bürgermeisterin Renate Brauner (SPÖ) bekannt, wer die kommunale Design-Förderstelle Departure leiten wird. Es ist Bettina Leidl, die Geschäftsführerin der Kunsthalle Wien. Der Job wurde offiziell ausgeschrieben, es gab Dutzende Bewerbungen. Letzten Endes kam eine Kandidatin zum Zug, die über hervorragende Beziehungen zur Stadtpolitik verfügt.

Letztes Jahr saß Leidl noch in der Bestellungskommission für das Direktorium des Jüdischen Museums, einer ebenfalls


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