Sex sells: Mit scharf, aber ohne mich

Falter & Meinung | Kommentar: Christoph Hofinger | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Was haben wir vom Feminismus gelernt? Nichts, wie man am vorherrschenden Frauenbild in der Werbung sieht

Wenn meine Töchter Ende des kommenden Jahrzehnts ins Berufsleben einsteigen, wird Alice Schwarzers Emma ihr 50-Jahr-Jubiläum feiern. Ein halbes Jahrhundert wird dann unsere Gesellschaft Zeit gehabt haben, so etwas wie Gleichberechtigung zu verwirklichen. Meinen Töchtern wird dann hoffentlich nicht von vornherein unterstellt, dass sie etwas schlechter können, nur weil sie Frauen sind, und ihre Würde wird im Allgemeinen respektiert werden.

Neben den Lohnstatistiken und Christian-Rainer-Kommentaren im Profil gibt es eines, das mich regelmäßig aus meinen Träumen vom Ende der Frauendiskriminierung herausreißt: die österreichische Kampagnenindustrie. So auch jüngst, angesichts eines Plakats der Foto- und Optikkette Hartlauer. Das Werk bewirbt eine "Aktion Scharf“, zu sehen ist eine von männlichen Fingern gehaltene Brille. Hinter dem rechten Augenglas: eine Blondine mit tiefem Ausschnitt


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