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Politik | Bilanz: Leopold Federmair | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Ein halbes Jahr nach Fukushima: ein Rückblick auf die mediale Hysterie und den Alltag heute

Allein die Firma Suntory hat 150.000 Getränkeautomaten in Tokio und Umgebung aufgestellt. Nicht nur auf Bahnhöfen und in Einkaufszentren, sondern auch auf Baustellen, neben Wohnhäusern und Sportplätzen, manchmal sogar zwischen Reisfeldern. Mir erscheinen sie, vor allem nachts, wenn ihre Leuchttasten zwischen den Wohntürmen funkeln, als kleine Brüder. Diesen Sommer waren die Flaschen und Dosen um ein paar Grad wärmer als sonst. Die Betreiber hatten beschlossen, die Kühlung für mehrere Stunden täglich abzustellen.

Große Firmen und öffentliche Einrichtungen versuchen, der nach dem Atomunglück in Fukushima befürchteten Energiekrise durch derlei Einsparungen zu begegnen. Tatsächlich ist die Krise ausgeblieben, das Leben in Tokio geht mehr oder minder seinen üblichen Gang. Manche Leute vermeiden es, Nahrungsmittel, etwa Milch, aus Gebieten zu kaufen, die nach dem Unglück erhöhte radioaktive


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