Starrt nicht auf die Statistik, sondern fragt die Lehrer

Politik | Rezension: Heidi Schrodt | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

In seinem Buch kritisiert Niki Glattauer die Pisa-Besessenheit der Bildungsexperten und erklärt, woran das Schulsystem wirklich krankt

Niki Glattauer, ehemaliger Journalist und spätberufener Lehrer, der an einer Wiener Hauptschule unterrichtet, verbindet seit einiger Zeit Erst- und Zweitberuf und schreibt sehr erfolgreich Bücher über die Schule. Sein erstes Buch, "Der engagierte Lehrer und seine Feinde“, entstanden als Reaktion auf Andreas Salcher, wurde zum Bestseller. Glattauer stellt die Lehrerinnen als Expertinnen ins Zentrum, im Gegensatz zu den "selbst ernannten Experten“ à la Salcher. Seine Grundthese: Es gibt keine schlechten Lehrerinnen, sondern das System ist schlecht. Da liegt die Ursache für mangelhafte Unterrichtsqualität, Schulabbrecher, Disziplinlosigkeit und schlechte Pisa-Ergebnisse. Die Lehrerinnen sind übrigens bei Glattauer alle in weiblicher Form geschrieben; die männlichen Leser würden das verkraften.

Der reißerische Titel "Die Pisa-Lüge“ hält zwar


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige