Josefstädter Straße: wenn der Rollrasen zu kurz kommt

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Politik | Sahel Zarinfard | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Es hätte so schön sein können: ein Fleckerlteppich aus Picknickdecken, Fahrräder, Grün mitten in der Stadt. Doch es kam anders.

Während der Europäischen Mobilitätswoche werden auch in Wien Straßen zur autofreien Zone erklärt und per Rollrasen begrünt. Menschen sollen auf Öffis oder Fahrrad umsteigen. Vergangenen Freitag war die Josefstädter Straße zwischen Landesgerichtsstraße und Albertgasse dran.

Allein: Der Rollrasen kam zu kurz. Auf knapp drei Meter beschränkte sich die Oase. Den Rest der Straße belagerten Marktstände und Gastronomen. "Mobilitätswoche? Ich dachte, hier wär ein stinknormales Straßenfest“, sagt Martin, einer der wenigen, die es sich auf der Grünfläche gemütlich gemacht hatten. "In Wien ist mir das Radfahren zu blöd. Wenn es ordentliche Radwege gäbe, dann vielleicht.“ Kein Wunder also, dass Österreich im Radverkehr unter den EU-Schlusslichtern ist. Nur sieben Prozent erledigen Alltagswege mit dem Fahrrad.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige