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Pressekolumne

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Liegt es daran, dass bei Politikskandalen Konjunktur herrscht? Wieso wird die eine Geschichte zum Skandal, während ein anderer Aufreger einfach verpufft? Die Presse veröffentlichte vergangene Woche einen Artikel, der den Verdacht von Ghostwritertum beim Schreiben von Gesetzen nahelegt: Das Umweltministerium brachte einen Abänderungsantrag zum Klimaschutzgesetz über die Höchstmengen von Emissionen im Parlament ein. Die heimische Industrie zählt bekanntlich zu den größten Verursachern von CO2-Emissionen.

Und was findet sich laut Presse in der Namenszeile des kleinen, unscheinbaren Word-Files? "Entwurf_inkl_IV“. IV ist bekanntermaßen die Abkürzung von Industriellenvereinigung. Aufgeregt hat das niemanden. Keine einzige Zeitung hat darauf reagiert. Nicht einmal das Umweltministerium protestierte gegen den Artikel. Sind wir Medienkonsumenten in Sachen Lobbyismus tatsächlich schon so abgestumpft, dass derartige Nachrichten einfach überblättert werden?


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