"Halt einfach mal die Fresse, sonst fick ich dich durch“

Feuilleton | Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Wo "Porno“ draufsteht, ist selten Porno drin: Der einschlägige Rabenhof-Abend ist trotzdem eine angenehme Überraschung

Die Rezensentin der Presse fand den Abend "unbefriedigend“. Das war zwar ein Gag, ist aber bezeichnend dafür, was das Reizwort "Porno“ alles auslöst. Unter den Besuchern der Saisoneröffnungspremiere im Rabenhof war die Stimmung aufgekratzt wie im Mädcheninternat, wenn das neue Bravo durchgeblättert wird.

Die Wellen, die der "Porno“-Abend vorab geschlagen hatte, waren sogar der Rabenhof-Leitung etwas unangenehm, obwohl der sonst nichts so schnell peinlich ist. "Eine originelle Underground-Pimperlveranstaltung wurde hier von den Medien zu einer Handke-Premiere im Burgtheater hochgefahren“, lässt Direktor Thomas Gratzer in einem auf die Bühne projizierten Insert wissen. "Von mir aus auch okay.“

Das ist bereits Teil der Inszenierung. Regiedebütantin Ela Angerer, hauptberuflich Redakteurin der Kurier-Immobilienbeilage, lässt auch Marginalien aus der Vorbereitungszeit


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