Stadtrand

Badeschluss: beim Verlassen der Anstalt

Urbanismuskolumne

Stadtleben | Christopher Wurmdobler | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Eine kleine Verlängerung aufgrund vielfachen Wunsches dieser Kolumne als Freibadkolumne. Weil Badeschluss war. Zwar hat pünktlich mit dem Saisonfinale der Wiener Sommerbäder der November begonnen, aber wir wären gerne noch ein bisschen weitergeschwommen. Was für ein Badesommer! Wir wollen noch nicht ins Hallenbad, wir wollen im Freien schwimmen. Entsprechend tränenreich war der letzte Badetag (oder war das nur das Chlor?) Die Beckenfeindin versuchte es noch einmal mit Petzen beim Bademeister. Er blies zwar in sein Pfeiferl, meinte aber später, die "Dame“ nerve ihn schon die ganze Saison, sie sei "total unkooperativ“. Dauerbadegäste, seit Mai lilabraun gegerbt, räumten wehmütig ihre Kabinen, man verabschiedete sich per Handschlag vom Badepersonal. Rührend war die circa 100-jährige Luftbadbenutzerin. "Wir sehen uns nächstes Jahr wieder“, rief sie beim Verlassen der Anstalt und fügte leise hinzu: "Wenn ich dann noch lebe.“ Apropos: Im Dezember macht angeblich das Stadthallenbad wieder auf. 50-Meter-Bahn, wir kommen!

Christopher Wurmdobler hat diesen Sommer im Freibad verbracht


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