Herrin der Fliege

Stadtleben | Begegnung: Christopher Wurmdobler | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Die Wienerin Amarita T. vereint Stil mit Attitüde - unter anderem in einem bizarren Clip auf Youtube

Hat man ein Date mit einer Dame, die man nur aus einem Youtube-Clip und auf Empfehlung eines Züricher Schriftstellers kennt, in dessen Romanen sie auftritt, sollte man als Treffpunkt nicht ausgerechnet das Café am Heumarkt wählen. Ein abgefucktes Wiener Kaffeehaus, in dem am frühen Abend nur Damen sitzen, die man der Reihe nach fragt: "Sind Sie Amarita T.?“ Was denken derart Angesprochene? "Ach, das bemitleidenswerte Geschöpf hat wohl ein Blind Date.“

Man werde es nicht bereuen, hatte Philipp Tingler, der Autor in Zürich, geschrieben. So. Und jetzt wartet man also. Schließlich ein höfliches E-Mail, Amarita T. verspäte sich. Absender der Depesche ist "die fliege“ - genau so heißt auch der Song, mit dem die ominöse Sängerin Aufmerksamkeit erregt hat; ein sperriges Liedchen im 80er-Jahre-Stil.

Dann geht die Türe auf und herein kommt Amarita T., eine zierliche Person im Sommerkleid


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