Prost!

Kindheitserinnerungen wollen gepflegt sein: der Orangennektar

Lexikon der Getränke. Diese Woche: Orangeade

Stadtleben | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Als Kind griff man getränketechnisch gierig nach allem, um bloß nicht von der tödlichen Langeweile in Form von "stillem“ Leitungswasser ergriffen zu werden. Limo gab’s nur an guten Tagen, daher musste man auch mit der ungeliebten Orangeade vorliebnehmen.

Sehr schnell verstand man jedoch, dass noch ein wenig mehr aus der Südfrucht Orange herauszuholen ist. Der Orangennektar, gezuckert und mit einem mageren Fruchtsaftanteil von zwölf Prozent war der nächste Schritt im Getränkestufenplan. Mit zunehmendem Haushaltsbudget hat man sodann 100-prozentigen Orangensaft aus Konzentrat im Tetrapak, Fair-Trade-Orangensaft und Direktsaft aus der überdimensionalen Fruchtpresse im Supermarkt hinter sich gebracht. Mautner Markhof hat für all jene, die über den Orangensaftnektar-Level nicht hinausgekommen sind oder hin und wieder zwecks Pflege der Kindheitserinnerungen zurückkehren wollen, einen Sirup mit dem Namen MorgenZauber® erfunden.

Neben Orange gibt’s noch Milder Apfel, Rote Früchte, Multivitamin und Cranberry. Das Gute an dem Saft: Man erspart sich das Tetrapak-Schleppen, weil man ihn mit Wiener Leitungswasser, das man vorher mit der Sodamaschine präpariert hat, aufspritzen kann. Auch das schlechte Gewissen kann man, zumindest was die Müllproduktion angeht, reduzieren. Fair produziert ist dieses Säftchen allerdings nicht. Die nächste schlechte Nachricht: Es schmeckt kaum besser als der Orangennektar der Kindheitstage. Aber darum geht’s ja. MS


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige