Beisl

Teilen ist keine Schande

Der steirische Gourmet

Steiermark | Beisltest: Wolfgang Kühnelt | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Sucht man nach dem Inbegriff des Grazer Beisls, werden nicht wenige den Mohrenwirt in der Mariahilferstraße nennen. Seit nun 425 Jahren ist das Wirtshaus einer der Fixpunkte im Lendviertel. Kurz bevor der steirische herbst das Grätzel zum Zentrum des kulturellen Geschehens macht, überzeugten wir uns, dass die Klassiker der Wirtsfamilie Schwinzerl immer noch so herzhaft schmecken wie anno dazumal. Die Nudelsuppe zum Beispiel ist nicht zu heiß und nicht zu lau, das Verhältnis zwischen Fettaugen, Nudeln und Suppe ausgewogen. Das ausgezeichnete Reisfleisch (als Menü-Hauptspeise samt Suppe um wohlfeile € 5,90) wird in Sandkuchenform serviert, auch das eine feine Reminiszenz an Omas Küche. Beim Gulasch (groß um € 5,80) ist die Sauce besser als das Fleisch, das einige Flaxen hat. Zu den Höhepunkten eines Besuchs beim Mohrenwirt gehört die Gibance (groß um € 4,80). Eine Art Multi-Omelette, gefüllt mit Topfen und Marmelade, üppig, süß und traumhaft gut. Eine Gibance zu teilen ist übrigens kein Zeichen von Schwäche, sondern von Vernunft. Der Mohrenwirt hat am Donnerstag und Freitag Ruhetage, während des steirischen herbst hat er aber von 12 bis 14 Uhr geöffnet.

Resümee

Alt, aber gut. Beim Mohrenwirt funktioniert das Nebeneinander von Alt und Jung, erzkonservativ und revolutionär.

Zum Mohrenwirt

Mariahilferstraße 16, 8020 Graz, Tel. 0316/71 20 08, Sa-Mi 10-24 Uhr, Do und Fr 12-14 Uhr während des steirischen herbst


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