Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Blödmann

Kolumnen | Heidi List   | aus FALTER 38/11 vom 21.09.2011

Man muss sich freischaufeln für den Sex. Jobzeug aus dem Kopf, Kinder aus dem Haus. Den Hund zum Nachbarn, der, also der Hund, sich den ganzen Tag im Garten in Aas gewälzt und sich eine unabwaschbare Stinkepatina zugelegt hat. Stört. Weg mit dem also. DVD ausborgen, eine, die irgendwie beiden gefällt. Da fällt sowohl "Predator vs. Alien“ als auch "Die bleierne Zeit“ von Margarethe von Trotta aus. Irgendein Woody Allen tut’s ausgezeichnet, da kann man die Lücken selber auffüllen, falls man dazwischen was verpasst. Sich über die Mahlzeit einigen. Sich über eine Mahlzeit EINIGEN!! Vorher. Es darf nicht nach Zwiebeln riechen, nicht nach frischen aus der Pappen und nicht nach gerösteten in der ganzen Wohnung. Weiters keine Linsen, kein Kohl, keine Marshmallows. Irgendwas, was den Darm ruhig hält. Dann geht das gut mit dem gemeinsamen Abend. Am besten also, man isst Reis. Und ist dann doch alleine wieder. Weil der Andere wütend geworden ist und Sachen wie "unspontane Urschel“ gemurmelt hat und ins Kino gegangen ist und sich lieber alleine einen Bum-Tschack-Film und Rülpse-Nachos reinhaut. Blödmann.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige