Kolumne  

Die Angst vor der finanziellen Kernschmelze steigt

Außenpolitik

Falter & Meinung | Raimund Löw | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Seit Jahren hat es in den USA kein Politiker mehr gewagt, Steuern zu erhöhen. Seit Jahrzehnten kommt in Wahlkämpfen der Staat nur in den Angstparolen der Rechten vor. Doch ein Jahr vor den nächsten Präsidentschaftswahlen bricht Barack Obama ein Tabu: Der Präsident will höhere Steuern für die Reichen. Die Regierung soll Geld in die Hand nehmen, um Arbeitsplätze zu schaffen und die Konjunktur zu beleben. Möglich machen will der Präsident ein Comeback des Staates in der Wirtschaft durch zusätzliche Einnahmen, gedacht als Ergänzung geplanter Sparmaßnahmen. Ein Paradigmenwechsel in der politischen Auseinandersetzung in den USA zeichnet sich ab.

Warren Buffet, der legendäre Multimilliardär, hat Barack Obama mit einem simplen Kalkül die Leine gelegt: Im vergangenen Jahr habe er Einkommensteuer in der Höhe von 17,4 Prozent bezahlt, rechnet der Finanzguru vor, während seine Sekretärin und die 19 anderen Mitarbeiter auf 36 Prozent kamen. Schon aus Gründen der Fairness sollten Reiche


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