Österreich. Wo man die Reichen nicht besteuert

Politik | Analyse:Richard Wimmer | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

In kaum einem anderen Land fällt es Wohlhabenden leichter, ihr Vermögen vor dem Zugriff der Finanz zu schützen. Das ließe sich relativ einfach ändern

Wer soll die Steuern bezahlen? Die Armen oder die Reichen?“ Diesen Titel trug eine Rede des legendären Wiener Finanzstadtrats Hugo Breitner im Jahr 1926. Die Wirtschaftskrise hatte Österreich fest im Griff, die Staatskassa war leer. Mit der Einführung von Reichensteuern gelang es Breitner nicht nur, eine Milliarde Schilling für Investitionen einzusammeln, sondern die Stadt Wien auch nahezu schuldenfrei durch die Weltwirtschaftskrise zu bringen. Viele Wiener Gemeindebauten bezeugen das mit ihren Inschriften "Errichtet aus Mitteln der Wiener Wohnbausteuer“ noch heute. Von den Christlichsozialen wurde Breitner dafür als Steuersadist verunglimpft.

Die Steuerideologen auf beiden Seiten haben sich nun wieder in Stellung gebracht. Auf der einen Seite die ÖVP: Sie fürchtet eine Hatz auf Reiche (Finanzministerin Maria Fekter), warnt vor


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