"Sind wir wieder Neger?“ Was sagt uns Soliman heute? Ein schwarzer Wiener spricht über Emanzipation und Resignation und die neue Miss Universe

Feuilleton | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

 Damien Agbogbe (37) stammt aus Togo und lebt seit 15 Jahren in Wien. Er ist AHS-Lehrer für die Fächer Ethik und Französisch. Am 16.11. nimmt er im Rahmen der Soliman-Ausstellung im Wien Museum an einem von Falter-Redakteur Florian Klenk geleiteten Panel teil, das die rassistischen Erfahrungen von Schwarzen in Österreich zum Thema hat.

Falter: Angelo Soliman lebte vor 250 Jahren. Was sagt Ihnen seine Geschichte heute?

Damien Agbogbe: Der Name Soliman löst eine Selbstreflexion aus - sowohl bei der afrikanischen Community als auch in der Mehrheitsgesellschaft. Er war kämpferisch, tüchtig und ehrlich. Er war seinen Herrn gegenüber loyal, einem von ihnen hat er sogar das Leben gerettet, wodurch er noch höher in dessen Ansehen gestiegen ist. Diese Loyalität hätte diesen Herren und Damen zu denken geben sollen. Warum erfüllt ein Sklave seine Aufgabe ohne Wenn und Aber? Er hat sich total integriert. In der Geschichte der Sklaverei gibt es viel Widerstand, nicht aber bei Soliman.

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