Schwarzer Sound im weißen Würfel

Feuilleton | Soundcheck: Nicole Scheyerer | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Warum erschallt so wenig Black Music im Museum? Eine Ausstellung entlarvt den Rassismus in der zeitgenössischen Kunst

Entspannter Rücken“. "Gebeugte Knie“. "Mit der ganzen Fußsohle auf dem Boden“. So lauteten 1982 die Anweisungen in Adrian Pipers Performance "Funk Lessons“. Dass eine Konzeptkünstlerin einen Tanzkurs zu schwarzer Discomusik abhielt, überraschte das damals vorwiegend weiße Publikum.

In ihren begleitenden Notizen schrieb Piper über die rassistische Abwertung schwarzer Populärkultur. Der beatzentrierte Stil des Funk wurde als "animalisch“ oder "vulgär“ kritisiert. Über die Frage, inwieweit die auch White Cube genannten Museumsräume überhaupt bereit seien, sich schwarzem Sound zu öffnen, machte sich Piper noch keine Gedanken.

Diese Durchlässigkeit gibt es 30 Jahre später immer noch nicht, befindet die Berliner Künstlerin Ina Wudtke. Ihren Verdacht fand sie auch in der Ausstellung "See This Sound“ 2009 im Linzer Lentos Museum bestätigt: "Da wurden


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