Diskursgewitter und Erinnerungsfotos

Feuilleton | Bericht: Herwig G. Höller/Moskau | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Peter Weibel kuratiert die Moskauer Kunstbiennale. Und freut sich über das Interesse an seiner Person

Can I make a photo with you?“, werde er dieser Tage oft von jungen Menschen in Moskau gefragt. "Ich werde schon als Sehenswürdigkeit eingestuft“, frohlockt Peter Weibel.

Seit Tagen pendelt der Kurator rastlos zwischen den zentralen Ausstellungsorten der diesjährigen Moskauer Kunstbiennale. Vom Luxusshoppingtempel ZUM, der gleich hinter dem Bolschoitheater liegt, zu einer stillgelegten Manometerfabrik, die mittlerweile Teil eines Kunst- und Designclusters namens Art Play ist, sind es zwar nur dreieinhalb Kilometer Luftlinie. Die Taxifahrt kann aber mehr als eine Stunde dauern - Moskaus Staus sind Weltklasse.

Am vergangenen Sonntag - der Kurator muss bald VIPs durch den Ausstellungsteil im Art Play führen - sind die Straßen weitgehend leer, und die Fahrt dauert bloß 15 Minuten. Für den notorischen Schnellsprecher Weibel mehr als genug Zeit, nicht nur Stadt und Welt zu erklären, sondern

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