Die Leidenschaft, die aus der Kälte kam

Feuilleton | Porträt: Florian Obkircher | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Zola Jesus tanzt mit ihren Dämonen zu düsterem Elektropop - demnächst auch in Wien

Könnten HR Gigers Gemälde singen, sie würden wie der Beginn von Zola Jesus’ neuem Album klingen: düster, feingliedrig, schimmernd und zwielichtig. Elektronische Klangpartikel reiben sich da aneinander und erzeugen zischende, synthetische Laute, die sich zu einer elegischen Melodie fügen. Darüber thront Zola Jesus’ unterkühlte, mächtige Stimme wie der Polarstern am Nachthimmel.

Es ist ein frostiger Soundkosmos, den die 22-jährige US-Amerikanerin auf ihrem dritten Album "Conatus“ entwirft. Eine Zwischenwelt, geprägt von Schmerz und fragiler Schönheit.

Der österreichischen Künstlerin Soap&Skin nicht unähnlich, ist Zola Jesus eine junge Frau, die ihr herausragendes kreatives Talent dazu nutzt, mit ihren inneren Dämonen zu düsterem elektronischem Pop zu tanzen. Auch die Biografien der beiden Musikerinnen weisen Parallelen auf. Zwar ist Nika Roza Danilova, wie Zola Jesus bürgerlich heißt,


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