Buch der Stunde

Wortgewaltiger Rhapsode der Ambivalenz

Feuilleton | Klaus Nüchtern | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Schon mit seinem wuchtigen und stark autobiografisch gefärbten Erstling "Schau heimwärts, Engel“ (1929) hat sich Thomas Wolfe (1900-1938) seinen Platz im Pantheon der Weltliteratur erschrieben. Nun setzt der Manesse Verlag, der vor zwei Jahren das Debüt in der großartigen Neuübersetzung von Irma Wehrli herausgebracht hat, seine Anstrengungen um diesen Hünen der US-Literatur fort und legt mit "The Party at Jack’s“ eine "sehr lange, schwierige und dicht gewobene Erzählung“ (Wolfe), die erst 1995 als eigenständige, sorgfältig rekonstruierte und ungekürzte Publikation erschien, auf Deutsch vor. Susanne Höbel hat sich in der Schwerstarbeit unterwunden, das Wolfe’sche Prosagewebe ins Deutsche zu übertragen - was abermals grandios gelungen ist.

In seiner Diskrepanz zwischen Handlung und Beschreibungsaufwand ist "Die Party bei den Jacks“ noch extremer als Wolfes Debüt. Die titelgebende Sause nimmt rund 40 Prozent der Erzählung ein, und es begibt sich, was auf Partys gemeinhin


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