Museale Tour de Force mit Zwirbelbart

Lexikon | Nicole Scheyerer | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Die Lange Nacht der Museen führt von Strasshof bis nach China

Es ist ein Event der Superlative: Zu keinem anderen Zeitpunkt werden in Österreich so viele Ausstellungen und Führungen besucht, wie in der Langen Nacht der Museen. Und wer glaubt, mehr geht nicht, den strafen steigende Besucherzahlen Jahr für Jahr Lügen. Bei der ORF-Initiative machen heuer landesweit 660 Institutionen mit; das Werbelogo ist ein Falter.

Im Preis von 13 Euro sind am 1. Oktober zwischen 18 und 1 Uhr nachts auch wieder die Fahrten mit den Shuttlebussen enthalten. Die spezielle "Kinder Aktion“ bietet ein umfangreiches Programm für die Kleinen. Es wird allerdings von den Veranstaltern dringend geraten - und das Veranstaltungsbooklet hilft dabei -, sich schon zu Beginn der Langen Nacht eine Route zurechtzulegen.

Die Wiener Kanalisation wird zum musealen Schauplatz: Halbstündlich starten Führungen der "3. Mann Tour“ beim Girardipark. Auch die Wiener Infrastruktur musealisiert sich, wenn das neu eröffnete "48-er Mistmuseum“ einlädt oder das "bahnorama“ einen 3-D-Simulationsflug über den im Bau befindlichen Zentralbahnhof und eine Aussichtsplattform bereithält. Die ÖBB laden zur Nostalgiefahrt nach Strasshof; in Wien kreuzen zwischen Staatsoper und Schwedenplatz historische Straßenbahnen. Eine Zeitreise findet auch im Heeresgeschichtlichen Museum statt, wo ein Feldlager in die Epoche des US-Bürgerkrieges entführt. Neben unzähligen Führungen geben sich die Kunstmuseen populär. So prämiert die Kunsthalle Wien bei ihrem Contest "Be Dalí for one night!“ den besten surrealistischen Bart der Nacht. Unter dem Motto "Go East ... China zu Gast im MAK“ treten Akrobaten auf, werden Kalligrafie und Knotentechnik vermittelt. Im Völkerkunde Museum wird die Schau "Wald / Baum / Mensch“ von Konzerten auf Holzinstrumenten begleitet. Und im Mumok lädt der Performer Julius Deutschbauer in seinen "Xenophobie Vergnügungspark“, in dem er das Fremdeln lehrt.

Treffpunkt Museum: Heldenplatz, Sa ab 18.00


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