Kritiken

Zu dick aufgetragen: "Singin’ in the Rain“

Lexikon | Maya Mckechneay | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Regen, Regen, wir haben nichts dagegen“, sang der Berliner Liedermacher Funny van Dannen passend zur Jahreszeit. Mit dessen feinem Understatement hat die Bühnenfassung des MGM-Technicolor-Musicals "Singin’ in the Rain“ an den Kammerspielen allerdings wenig gemein. Hier ist alles dick aufgetragen: Make-up, Gesten, Grimassen. Vorn und seitwärts und - huch! - auch mitten im Publikum muss es ständig krachen. Mädchen in rosa Sahnetortenkostümen werfen die Beine in die Luft, und das Publikum applaudiert, wenn der komische Sidekick des Stars - der einzige Farbige im Ensemble - sich Frauenperücke und Tutu überstülpt. Wer kein eingeschworener Stammgast ist, muss mindestens fünf Gläser Pausensekt intus haben, um das Bühnengeschehen als "camp“ genießen zu können.

Kammerspiele, Fr, Sa, Di-Do 20.00, So 15.00, 20.00


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