Neu im Kino

Weniger Charme, mehr Geblödel: "Wickie“ in 3D

Lexikon | Gerhard Stöger | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Was haben wir Jungmütter und -väter aus der Generation Wickie, Slime & Paiper uns nicht gefürchtet, als der deutsche Brachialhumorist Bully Herbig die Geschichte des klugen Wikinger-Jungen aus Flake als Realverfilmung ins Kino brachte. Doch siehe da: "Wickie und die starken Männer“ war kein tiefes Geblödel, sondern hohe Kinderkinokunst, die zu Recht zum Kassenhit geriet. Jetzt erlebt der ängstliche, aber schlaue kleine Held aus Fleisch und Blut sein zweites Abenteuer, "Wickie auf großer Fahrt“, diesmal sogar in 3D, aber ohne Bully Herbig (Christian Ditter führte stattdessen Regie).

Mit der kleinen Svenja gibt es eine interessante neue Figur, ansonsten sind die Grundbestandteile dieselben wie zuletzt: Wickie soll sich sein Hosenscheißertum abgewöhnen, der schreckliche Sven macht Ärger, und ein mysteriöser Schatz wäre auch zu erobern. "Ein Wickinger verhandelt nicht, der handelt“, gibt Halvar als Maxime vor, doch Wickie zeigt seinem Vater, dass auch andere Wege ans Ziel führen können.

Anders als beim so charmant und leichtfüßig in Szene gesetzten Debüt macht sich aber vor allem im ersten Teil des Films bisweilen entbehrlicher Klamauk breit. Wenn Wickie seine beste Freundin, die kleine Ylva, bei der Rückkehr von einer langen Reise am Hafen etwa ignoriert und mit ausgebreiteten Armen an ihr vorbei- und auf seine Mutter zuläuft, so mag das zwar komisch gedacht sein, Wickie-Fans versetzt es aber einen ersten Stich ins Herz. Es sollte nicht der letzte bleiben, und doch geht das Abenteuer "Wickie in 3D“ unterm Strich noch einmal gut aus - dank einer starken zweiten Hälfte, die vor allem in den stillen Momenten wieder einige sehr schöne Passagen hat und in einzelnen Szenen dann doch noch ohne Bauchweh lustig ist.

Derzeit in den Kinos


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige