Neu im Kino

Milieustudie im Zeichen des Verlustes: "Putty Hill“

Lexikon | Joachim Schätz | aus FALTER 39/11 vom 28.09.2011

Das Mischen von Spielhandlung und Dokumentarischem gehört zu den häufigsten Übungen im Gegenwartskino. Nur selten gerät das Ergebnis derart bewegend und schlüssig wie in "Putty Hill“: Corey ist mit 24 gestorben, Überdosis. Vor seinem Begräbnis beginnen sich Freunde und Familie zu versammeln in jenem heruntergekommenen Viertel am Rand von Baltimore, dessen Namen der Film trägt: eine Milieustudie im Zeichen des Verlustes. Coreys Tod ist Fiktion, die ein- und abgelebten Räume sind "echt“, ebenso wie die Habitusformen der Laiendarsteller, die Regisseur Porterfield hin und wieder frontal in die Kamera Fragen beantworten. "Regionalismus“ ist ein zu enges Wort für die Schönheit, die Porterfield und Kameramann Jeremy Saulnier aus der raffinierten Anordnung von Er- und Vorgefundenem gewinnen. Empfehlung!

Ab Fr im Stadtkino Wien (OmU)


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