Halbvieruhrfrüh

DURST | Paul Rabel und Georg Eckelsberger | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Das Ende einer Beziehung bringt nicht immer das Gefühl von Freiheit.

Es sind jetzt schon drei Wochen. David hat recht: Zeit weiterzumachen!

"Genieß doch deine Freiheit!“, sagt er. Ich fühle mich elend.

"Der Mensch ist in jenem Moment frei, in dem er frei sein will1, hat mein Opa immer gesagt“, legt David nach.

"Was für ein Bullshit!“ Jeder will frei sein, klar, aber wie geht das? David weiß es offenbar auch nicht.

"Was ist denn deine Definition von Freiheit?“, fragt er.

Ich glaube, dass es heute vielleicht zum ersten Mal in meinem Leben wirklich bei dem einen Bier bleibt, so sehr ödet mich sein Gelaber an.

"Sag doch mal was!“ Verdammt.

"Äh, weißt du, was ich unlängst gelesen habe? Freiheit heißt wichsend auf dem Flugzeugfriedhof zu stehen.2

Er verdreht die Augen. "Glaubst du wirklich, Anna sitzt jetzt auch in irgendeiner Bar und weint rum? Bestimmt nicht!“ Gott, David, Salz in die Wunden. Schon wieder diese Übelkeit.

Als ich gerade zu meiner Standardgeschichte ansetze, von


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