12 Allzu staatsnah: Die Telekom

Politik | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Er war jung, ehrgeizig, und seiner Karriere stand nichts im Weg. Dachte er zumindest. Im Jahr 2004 war Gernot Schieszler, kaum über 30, stellvertretender Finanzvorstand der teilstaatlichen Telekom Austria geworden. Sechs Jahre später muss er hoffen, nicht im Gefängnis zu landen. Deshalb bietet sich Schieszler der Justiz als Kronzeuge in Sachen Telekom an.

Auf ihn gestoßen waren die Ermittler 2008. Bei einer Hausdurchsuchung im Zuge der Buwog-Affäre        waren Scheinrechnungen betreffend Telekom und Schieszler aufgetaucht. Daraufhin verfügten die Beamten eine Durchsuchung bei Schieszler selbst, bei der sie ein brisantes Tagebuch zur Telekom fanden. So stand unter dem Titel "Shitlist TA“ zu lesen: "Vorstand besticht Politik“.

Schieszlers Aussagen, die vor allem via News an die Öffentlichkeit kamen, lösten den wohl größten Skandal im Graubereich zwischen Politik und Wirtschaft seit Jahren aus. Wolfgang Schüssel legte in Folge sein Nationalratsmandat nieder. Ein


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