14 Verräterischer Mail-Verkehr

Politik | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Weil der Ex-ÖVP-Innenminister Ernst Strasser         einen besonders leichtfertigen Umgang mit Laptops pflegte und sich immer wieder neue Geräte bringen ließ, kamen auch ein paar hundert darauf gespeicherte Ministermails in falsche Hände. Jagdeinladungen von Spitzenbeamten durch Alfons Mensdorff-Pouilly, Postenschacher und Interventionen von Parteifreunden standen im "rotweißroten“ Innenministerium offenbar an der Tagesordnung, wie Profil damals berichtete.

Als ein Strasser-Sekretär einmal einem roten Politiker einen Gefallen erwies, fragte Strasser seinen Untergebenen, ob dieser denn "farbenblind“ sei.

Auch der Falter erhielt eine Kopie der Ernst-Strasser-Mails und leitete diese in einer Anzeige an die zuständige Staatsanwaltschaft weiter. Der zuständige Staatsanwalt ließ das brisante Packerl jedoch unbearbeitet liegen.

Ein Korruptionsermittler, der einen Falter-Redakteur zu den Mails einvernahm, wollte nur über die Herkunft der Daten Bescheid wissen. Auf die Frage, ob nicht auch der Inhalt brisant sei, meinte der Beamte vielsagend: "Glauben Sie, ich stich do eine?“ FK

Verdacht auf Amtsmissbrauch, Verfahren eingestellt **


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