34 Der große Prater-Schmäh

Politik | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Immerhin zeitigte diese Affäre als eine von wenigen Konsequenzen: Im März 2009 trat SPÖ-Vizebürgermeisterin Grete Laska zurück - aus privaten Gründen, wie es hieß. Inoffiziell war klar, dass die Prater-Misere ihren Abgang zumindest beschleunigt hatte.

Ein Auftrag ohne Ausschreibung, eine Explosion der Baukosten auf rund 40 Millionen Euro, ein kreativer Umgang mit der Bauordnung - und ein als geschmacklos kritisiertes Endergebnis: Der 2008 eröffnete Pratervorplatz wurde zum Kitschdenkmal sozialdemokratischer Selbstherrlichkeit in Wien. Drei Misstrauensanträge gegen Laska wurden mit der absoluten SP-Rathausmehrheit abgeschmettert. Das städtische Kontrollamt kritisierte, steuergeldfinanzierter Projekte seien hinter privaten Konstruktionen versteckt worden; die Opposition thematisierte Laskas Nähe zur Baufirma Explore5D, deren Chef Laska als "Gretl“ und "meine beste Mitarbeiterin“ bezeichnete.

Die Staatsanwaltschaft beauftragte 2008 zur Vorbereitung einer etwaigen Anklage Meinl-Gutachter Thomas Havranek mit einer Studie. Ob und wann die Anklage kommt, steht noch nicht fest. JG

Anklageerhebung noch nicht klar **


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