Der nächste Damm

Politik | Reportage: Joseph Gepp / Almásfüzitö | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Vor einem Jahr brach im ungarischen Kolontár ein Giftschlammbecken. Ein zweites derselben Bauart steht direkt an der Donau

Über dem Tor der stillgelegten Fabrik thront noch die Statue eines stolzen Arbeiters. Darunter sind die Fenster zerschlagen. Auf der breiten Treppe, über die früher allmorgendlich die Werktätigen strömten, sitzt eine alte Frau und verkauft Äpfel.

Das Aluminium-Konglomerat von Almásfüzitö nahe der westungarischen Stadt Györ, 90 Autominuten von Wien, ist längst nicht mehr der Stolz der kommunistischen Industrie. Dafür beschäftigt es heute Umweltschützer aus ganz Europa. Ihnen bereitet ein Abfallprodukt der ehemaligen Produktion Sorge. Es ist eine Piste rotbrauner Erde, 50 Fußballfelder groß, abseits des Fabriksgeländes hinter einem Erdwall versteckt. Sie wirkt, als hätte man ein Stück US-amerikanische Wüste nach Ungarn verpflanzt. Es ist derselbe sogenannte "Rotschlamm“, ätzend und vergiftet mit Chrom und Arsen, der vor genau einem Jahr im Dorf Kolontár


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