Wie Ungleichheit die Finanzkrise auslöste

Politik | Rezension: Markus Marterbauer | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Der Ökonom Gustav A. Horn fordert eine stärkere Besteuerung von Vermögen und die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns

Die Erfahrung mit vielen deutschen Ökonomen, die sich an die Öffentlichkeit wenden, ist ernüchternd: Jüngst sprachen sich 189 Professoren gegen das Rettungspaket für Griechenland, Irland und Portugal aus, weil dieses den Sündern aus dem Süden Anreize für falsches Verhalten bieten würde. Wirtschaftsforscher überbieten einander in Deutschland regelmäßig mit Vorschlägen zu Kürzungen bei staatlichen Sozialausgaben, die Einführung von Mindestlöhnen wird als Störung des Arbeitsmarktes beschrieben, Lohnzurückhaltung als Vorbild für ganz Europa hingestellt. Deutsche Ökonomen bilden heute den unverbesserlichen Hort des Neoliberalismus in der EU: Staat und Gewerkschaften sind schlecht, die Märkte, besonders die Finanzmärkte, gut - so einfach kann man sich die Welt machen, wenn man die Erfahrungen der jüngsten von Banken und Finanzmärkten ausgelösten


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