Jeder für sich und gegen alle

Feuilleton | Buchbesprechung: Karl-Markus Gauss | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Imraan Coovadia zeigt in dem Roman "Gezeitenwechsel“ Südafrika im Umbruch

Am Anfang wird ein Fest vorbereitet, am Ende eine große Party gefeiert. Dazwischen aber haben die Leute nicht viel Anlass, sich ausgelassen zusammenzusetzen und der Dinge zu erfreuen. Arif, der berühmte Virologe und verdiente Kämpfer gegen die Apartheid, ist schwer krank und zieht sich von seinem Chefposten an einer Klinik in Durban, der zweitgrößten Stadt Südafrikas, zurück.

Zum Abschiedsfest sind seine Weggefährten von nah und fern geladen. Erwartet wird sogar sein Sohn, der seit Jahren nicht mehr aus San Francisco herübergeflogen ist. Nafisa, selbst Ärztin und Frau des von allen verehrten Professors, wieselt im Haus herum. Aus dem, was sie tut und denkt, erfahren wir nebenbei eine ganze Menge über Südafrika - über eine Gesellschaft, die sich befreit und neue Zwänge auferlegt hat, über das alltägliche Leben in einer Millionenstadt, in der Menschen aus vielen Ländern und Kulturen zusammenleben.

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