Gleichklang in der Verrenkung

Feuilleton | Ausstellungskritik: Nicole Scheyerer | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Das Leopold-Museum bringt Egon Schiele mit zeitgenössischer Kunst zusammen - ein gelungenes Experiment

Er wäre seinerzeit mit Rudolf Leopold auf den Friedrichshof hinausgefahren, erzählt der Kurator Hubert Klocker. Ende der 90er-Jahre war die große Wiener Aktionismus-Sammlung von Otto Muehls ehemaliger Kommune dort noch zu haben.

"Ich wollte ihn davon überzeugen, was für ein großartiger Sammler er wäre, wenn er die Künstler der 60er mit ihren frühexpressionistischen Vorbildern zusammenbrächte“, erinnert sich der Kunstexperte. Vergeblich: Leopold wollte die Selbstentäußerungen von Brus und Co nicht. Das Mumok erwarb die Kollektion schließlich; Leopold kaufte stattdessen unzählige Ölschinken von Muehl.

Nicht dem Vater, sondern dem Sohn ist es zu verdanken, dass nun erstmals die radikalsten Körperdarstellungen in der heimischen Kunstgeschichte aufeinandertreffen. Ein Jahr nach dem Tod des Sammlers hat Diethard Leopold mit der Ausstellung "Melancholie und Provokation. Das Egon-Schiele-Projekt“


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