The Day the Music Died

Feuilleton | Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

In Köln wurde ein neuer Theatertext von Elfriede Jelinek uraufgeführt: "Kein Licht.“ ist ihr Kommentar zu Fukushima

Dass bei der Uraufführung von Jelinek-Stücken nicht unbedingt Jelinek-Texte gesprochen werden, weiß man seit Christoph Schlingensiefs "Bambiland“-Inszenierung von 2003: Der Regisseur hatte damals statt Jelineks Irakkrieg-Drama seinen persönlichen Kosmos auf die Bühne des Burgtheaters gebracht.

Auch im Schauspiel Köln müssen die Besucher lange warten, bis ihnen der neue Theatertext der Wiener Nobelpreisträgerin, "Kein Licht.“, präsentiert wird. Der kommt erst nach der Pause. Davor gibt’s die Collage "Demokratie in Abendstunden“, die die Dramaturgin Rita Thiele aus Texten von nicht weniger als 34 Dichtern, Künstlern, Musikern und Theoretikern zusammengestellt hat. Ein Gedicht von Thomas Bernhard wird da ebenso zitiert wie John Cages "Vortrag über das Nichts“, André Breton steht neben Rainald Goetz .

Kunst und Politik ist das Thema dieser "Kakophonie“.


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