Neue Bücher

Kurz besprochen: Neues aus Deutschland

Feuilleton | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Wahre Lügen

Joachim Lottmann: Hundert Tage Alkohol. Kein Roman. Czernin, 163 S., € 19,80

In der lustigen "Moderne Nerven“-Runde um Kurier-Journalistin Ela Angerer, die auch das "Porno“-Ding im Rabenhof verantwortet, hat der deutsche Borderliner-Literat und Lügenbaron Joachim Lottmann (Jg. 1959) eine neue Fanbase gefunden. Seit einigen Monaten lebt er in Wien, und schon hat er ein einschlägiges Buch am Start. "Hundert Tage Alkohol“, mit dem etwas albernen Zusatz "Kein Roman“ versehen und natürlich bei Czernin erschienen, beginnt in Berlin und führt über eine Schweizer Bauernhof-WG nach Wien: ins Anzengruber, in eine Aida-Filiale und ins Büro eines Entscheidungsträgers im österreichischen Literaturbetrieb.

Genannt "der Funktionär“, ist in ihm unschwer Gerhard Ruiss (IG Autorinnen Autoren) zu erkennen. Jene Szene, in der Lottmann ihm mit der Idee zu einem Pornoroman eine Arbeitswohnung herausleiern will, ist große Oper, denn da prallen Welten aufeinander. Der Rest der Chose

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