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Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Siegfried Nagl, Christian Buchmann, Werner Miedl, Wolfgang Riedler, Karl-Heinz Herper und Edmund Müller. Das sind jene Politiker, die seit 2001 das Amt des Kulturstadtrates innehatten. Bewegung tut prinzipiell gut. Hier scheint sie fehl am Platze, die Kulturszene fordert Kontinuität. Abgesehen davon, das sei hier nebenbei erwähnt, behaupten ja nicht wenige, dass Helmut Strobl (ÖVP) der letzte Kulturstadtrat war, dem dieser Beruf auch Berufung war. Er war von 1985 bis 2001 im Amt.

Wenn das Volk mit seinen Repräsentanten unzufrieden ist, dann fordert es, bildlich gesprochen, ihren Kopf. Anders das Kulturvolk, es wäre vorerst schon zufrieden, wenn es jemanden gäbe, der ihnen über längere Zeit und erhobenen Hauptes gegenübertritt. Verständlich. Mit dem Rücktritt von Edmund Müller als Chef der Grazer SPÖ wird auch sein Platz als Kulturstadtrat demnächst vakant werden. Der SPÖ-Politiker Michael Ehmann, ehemaliger Nationalratsabgeordneter und nunmehriger Sektionsvorsitzender des Bezirks Gösting, wurde als Nachfolger ins Spiel gebracht. Wie einem Lebenslauf zu entnehmen ist, zählt er "Eishockey, Literatur und Musik“ zu seinen Hobbys.

Es ist kein Geheimnis, dass in Graz nicht gerade die Fäuste fliegen, wenn es darum geht, das Kulturressort zu bekommen. Wer setzt sich, außer in einem Kampfflugzeug, schon gerne auf den Schleudersitz? Ein Kampfbomber als Kulturstadtrat, das täte der hiesigen Kulturszene sicher gut. Unlängst wurde die städtische Kunst- und Kulturförderung evaluiert, um den Kurs festzulegen, wie die Stadtgelder hinkünftig sinnvoll zu vergeben wären. Zu tun gäbe es also was, es muss nur einer wirklich wollen.


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