Theater  Kritiken

Ein Albtraum mit Cellobegleitung

Lexikon | Martin Lhotzky | aus FALTER 40/11 vom 05.10.2011

Bernard träumt, er sei Ferenc, und diesen Traum, der in Grundzügen seit etwa 1907 Arthur Schnitzler gehört hat, erzählt er der Cellistin Zelda. Um diese unnötige Rahmenhandlung erweitert, zeigt Igor Bauersima in der Josefstadt, wie man Schnitzlers "Traumnovelle“ (bereits im Erstdruck 1925 wirkte sie antiquiert) noch langweiliger gestalten kann. Alexander Pschill gibt den Arzt Ferenc, im Original Fridolin, der sich nach einem offenherzigen Geständnis seiner Gattin Alva alias Albertine - Hilde Dalik muss sich barbusig zeigen - nachts bei einer Orgie einschleicht und dort Zeuge eines Mordes wird, der aber vielleicht nur geträumt war. Soweit, so unklar - und was soll das Cello? Jedenfalls müssen sich noch weitere Frauen komplett entkleiden, erotische Spannung sucht man aber vergebens. Ein vergeigter Abend!

Theater in der Josefstadt, Fr, Sa 19.30, So 20.00


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