Schnauzbärte im Dienste Gottes

Extra | Klaus Nüchtern | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

"Homicide“, die voluminöse "True Crime“-Recherche von David Simon, liegt in deutscher Übersetzung vor

Sollte der nächste Literaturnobelpreis für einen US-Amerikaner nicht an den in der Warteschleife über Stockholm gefangenen Philip Roth, sondern an David Simon gehen, so wäre dies eine höchst unorthodoxe, aber absolut argumentierbare Entscheidung. Als Journalist und Erfinder/Autor/Produzent von Fernsehserien ist Simon zwar eher ein potenzieller Kandidat für den Pulitzer-Preis (bislang: keinen) und Emmys (zwei), aber bekanntlich ersetzt ein neues Medium nie ein älteres, sondern übernimmt nur einige von dessen Funktionen.

Und seit TV-Epen wie "The Sopranos“, "West Wing“, "Six Feet Under“, "The Wire“ oder "Mad Men“ das Fernsehen revolutioniert haben, klingt das Bonmot, demzufolge die Fernsehserie der neue Roman sei, gar nicht mehr sonderlich kühn oder kokett.

Für diese These spricht nicht nur, dass die durchwegs enthusiasmierte Kritik David Simon immer wieder mit Romanciers


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