Abschweifungen über den Faschismus des Herzens

Extra | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

US-Autor William H. Gass wühlt in seinem monumentalen Roman "Der Tunnel“ ordentlich im Dreck

Vielleicht sollte ich eine Partei der Enttäuschten gründen“, sagt sich William Frederick Kohler. Aufgebaut wird diese sein auf Neid, Gehässigkeit, Verschlossenheit, Groll, Bosheit, Geiz, Gefühlskälte, Langmut, Bigotterie, Rachsucht, Selbstmitleid, Heuchelei, Rohheit, Verdrießlichkeit, Kleinlichkeit, Saumseligkeit, Faulheit, Eifersucht, Hohn, Geringschätzung, Verachtung und Ekel - all den schönen Gefühlen und Eigenschaften, die den Helden von William H. Gass’ Roman auszeichnen und antreiben.

Willkommen in Kohlers Welt und in "Der Tunnel“, dem Opus magnum des 1924 geborenen US-Autors und Literaturwissenschaftlers Gass. Im englischsprachigen Original ist das Buch bereits 1995 erschienen. Nach einigem Hin und Her hat Rowohlt die deutsche Übersetzung gestemmt und mit dem an Thomas Pynchon erprobten Nikolaus Stingl auch den richtigen Mann für die Aufgabe gefunden.

Dem Übersetzer ist


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