Die Agentin mit dem trüben Blick

Extra | Alexandra Millner | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Klirrend kalt wie Wodka: "Die Schmerzmacherin“, der große neue Roman von Marlene Streeruwitz

Ein alter Kia bahnt sich unsicher den Weg durch eine Winterlandschaft an der deutsch-tschechischen Grenze. Klirrende Kälte, eisglatte Fahrbahn und nach Beute Ausschau haltende Raubvögel - das sind die Ingredienzien, mit denen Marlene Streeruwitz ihren Roman "Die Schmerzmacherin“ eröffnet. Zugleich führt sie damit metaphorisch in eine Welt der Gefühlskälte ein, in der Menschen zu Beginn des 21. Jahrhunderts Wildtieren gleichen, deren Überlebenswille sie über Leichen gehen lässt.

Am Steuer sitzt Amy Schneider, 24 Jahre alt, smart und gutaussehend. Sie ist Trainee in einem exklusiven Ausbildungslehrgang einer internationalen Sicherheitsfirma und will Agentin werden. Außerdem müsste sie nur eine Unterschrift leisten, um ein reiches Erbe antreten zu können. Auf den ersten Blick hat Streeruwitz mit Amy eine moderne Superheldin geschaffen, deren abenteuerliches und erfolgreiches Berufsleben


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