Ein ganz normaler Neurotiker

Extra | Daniela Strigl | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Daniel Wisser hat mit "Standby“ den etwas anderen und sehr passiven Büroroman geschrieben

Er weiß: Wer immer sagt, "das Schlimmste ist bereits überstanden“, lügt. Die Banken werden zusammenbrechen, mit ihnen die Geldwirtschaft, den Kampf ums Überleben werden jene gewinnen, die beizeiten mit Vorratshaltung und landwirtschaftlicher Selbstversorgung begonnen haben. Er hätte das ja längst getan, würde seine Frau seine Bedenken nur ernst nehmen - und kämen ihm nicht dauernd allerlei Imponderabilien des Alltags dazwischen.

Der Held in Daniel Wissers neuem Roman leitet das Callcenter eines Unternehmens. Er leidet unter "Augenkopfschmerz“, Schwindel, Schweißausbrüchen, seinem Körpergeruch und chronischem Martini-Missbrauch. Man kann freilich nicht sagen, dass es die Anforderungen des werktätigen Lebens sind, die ihm zu schaffen machen. Der Mann liebt den Werktag und hasst das Wochenende. Er ist ein Enthusiast der Erwerbstätigkeit, sofern sie seine sozialen Beziehungen auf die


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