Das Geldvermehren kennt kein Jenseits

Extra | Karl Duffek | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Peter Rosei schildert in dem Roman "Geld!“, wie Männer aus bescheidenem Milieu Karriere machen

Manche Vorankündigung ebenso wie der schreiende Titel legen zunächst die Befürchtung nahe, man müsse sich einmal mehr auf eine gnadenlose Geißelung des neoliberalen Kapitalismus gefasst machen. Man erwartet einen Thesenroman, der in politisch korrekter Manier die bösen Verursacher der gegenwärtigen Finanzkrise vorführt.

Peter Roseis jüngster Roman ist davon freilich weit entfernt. Wohl steht am Ende, ein wenig unvermittelt, ein Finanzierungsprojekt, das den fatalen US-amerikanischen Kreditpraktiken auf dem Immobilienmarkt sehr ähnelt, doch stellen die ökonomischen Verhältnisse, mit denen sich der Autor in Essays wiederholt kundig auseinandergesetzt hat, nicht den Kern des Buches dar. Sie bilden bloß die Folie für ein Geflecht von Individuen, ihr Handeln und ihre Einstellungen, ihre Ambitionen und Enttäuschungen im gegenwärtigen Wirtschaftsleben.

Roseis besondere Kunst besteht darin,


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