Im Bett mit Jean-Jacques Rousseau

Extra | Jörg Magenau | aus FALTER 41/11 vom 12.10.2011

Karl-Heinz Ott dekonstruiert in seinem Roman "Wintzenried“ einen großen Aufklärer

Wenn Jean-Jacques Rousseau nicht eine Erfindung wäre, dann hätte es ihn geben müssen. Genau sagen lässt sich das nicht, denn Rousseaus "Bekenntnisse“ sind so romanhaft, die Person, als die er sich dort entwirft, ist so unmöglich, dass jede spätere Bemühung um eine ordentliche Biografie dagegen verblassen muss.

Karl-Heinz Ott, geboren 1957 im schwäbischen Ehingen, studierter Philosoph und Musikwissenschaftler, erfahrener Dramaturg und Autor, hat das Leben des französischen Philosophen deshalb gleich als das genommen, was es ist: als Psychogramm eines Psychopathen und als endlosen Fortsetzungsskandal. Fiktion und Wirklichkeit lassen sich darin nicht genau unterscheiden, aber dieses Problem ist gewissermaßen den Tatsachen geschuldet.

"Er liegt im Bett, onaniert und stellt sich Mama dabei vor.“ Das ist für ein Buch über einen Moralisten der Aufklärung ein ungewöhnlicher Beginn. So stellt man


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